2014/1 - Dania König
Versprochen
Sieht es wirklich so anders aus, oder sehen wir es nur anders? Was ist es denn, was Gott uns verspricht? Karussells und Zuckerwatte? Nicht doch! Jesaja 41,10: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Gott verspricht uns seine Nähe, Aufgehobensein, Gnade, Liebe, Hilfe, Geborgenheit, Bewahrung ... Welches Bedürfnis bleibt da noch unerfüllt? Was für ein Gott! Nun gebe ich zu: wir „fühlen“ das oft nicht! Zu vieles in unserem Leben läuft schief, zu viele Rätsel, Schatten, Schmerz. Doch Gott fordert uns auf: „weiche nicht!“
Wie gut, wenn wir es wagen, mit unseren verletzten Gefühlen vor ihn zu kommen, ihm unser Unverständnis, unsere Verbitterung, das Leid hinzuhalten. Das haben die Menschen der Bibel immer wieder gemacht. Lasst uns unsere Fragen nicht aus falsch verstandener Frömmigkeit hinunterschlucken! Wir können nicht sehen, was Gott sieht. Er aber kann mit unserer Ehrlichkeit und unserem Klagen sehr wohl umgehen. Daher: „Weiche nicht“! Gib nicht auf! Bleib in Kommunikation mit Gott, und wenn es nur ein „ich kann nicht mehr!“ ist.
Kennen Sie die wunderbare Statue „In Gottes Hand“ von Carl Milles, die in Stockholm steht? Wir sehen einen nackten Mann, seine Körperhaltung eine einzige Frage, er hebt den Kopf gen Himmel, den Mund offen wie im Schrei. Er scheint Gott anzuklagen. Was er nicht merkt, wir aber sofort sehen: sein Füße stehen in Gottes großer Hand. Er mag es vielleicht gerade nicht merken, aber er ist gehalten.
Das ist es, was mich Gottes Zusagen trauen lässt: dass meine Gefühle die eine Sache sind, aber Gottes Verheißungen eine andere. Unser Leben mag chaotisch oder gar völlig kaputt sein, doch in Gottes Augen sind wir bereits jetzt perfekt. Heil. Unendlich wertvoll. Und niemals können wir tiefer fallen als in Seine Hand. Versprochen.