2012/4 - Elisabeth Büchle
Befreiend
Ich fühle mich von der Last meiner Aufgaben überfordert, die an mich gestellen Ansprüche wachsen wie ein gewaltiger Berg vor mir in die Höhe. In diesen Phasen fällt es mir schwer, selbst Großartiges zu genießen. Gelegentlich ertappe ich mich sogar dabei, dass ich auf andere neidich bin, obwohl ich im Grunde weiß: Auch diese Menschen haben ihre Päckchen zu tragen.
In so einer Phaese wurde mir neulich die Frage gestellt. WER erwartet das alles von dir? Bist du es nicht selbst, die diese Ansprüche stellt?
Daraufhin kam ich ins Grübeln, fragte mich: „Warum mache ich was?“ Und das Ergebnis war - nein, nicht niederschmetternd, vielmehr befreiend.
Den größten Stress - zumindest der unangenehmste davon, nämlich den rund um meinen Haushalt - lade ich mir durch meine an mich gestellten Ansprüche selbst auf. Und wo bleiben meine Ruheoasen? Dazu gibt es in der Bibel ein schönes Vorbild, das Sie sicher kennen: Maria und Martha.
Offenbar wusste Maria, dass es vonnöten ist, den Haushalt auch mal auf Sparflamme zurückzuschalten und sich lieber um das zu kümmern, was Jesus uns sagen will. Ihm ist selbst unser Kummer über eine Überforderung in Haushalt, Beruf, Familie nicht gleichgültig, wichtiger aber ist ihm, dass unsere Beziehung zu ihm in Ordnung ist. Für uns! Weil es uns guttut und dieses Zuhören und Sprechen in seiner Gegenwart wichtig ist, wichtiger als ein ganzes Leben in perfekter Ordnung und tadelloser Sauberkeit. Denn bei ihm geht es um die Ewigkeit!